Wie und warum funktioniert es?

ASA MORI Pianistin

 

Durch unsere Lebenssituationen, Emotionen und Denkmuster bekommen wir alle nach und nach bestimmte körperliche Gewohnheiten. Solche langjährige Gewohnheiten rufen oft chronische Muskelverspannungen in unserem Körper hervor, die Schmerzen oder verschiedene Beschwerden und Krankheiten verursachen können.

 

Durch die Alexander-Technik lernen wir, unsere natürliche körperliche Fähigkeit zurückzubekommen, damit wir effizienter unseren Körper benutzen können. Wir können dadurch alle Aktivitäten (auch solche, die keine deutlich sichtbare Bewegung erfordern, wie Sitzen, Stehen oder Meditieren) mit weniger Mühe und besserer Qualität ausführen.

 

Wir wissen alle, dass man unnötige Spannung loslassen soll, um Schmerzfreiheit und Bewegungsfreiheit zu erreichen. Aber oft funktioniert es nicht, und wir halten unseren Körper durch übermäßige Muskelaktivität. Die dafür verwendeten Muskeln sind eigentlich für die Bewegung des Körpers zuständig. Das heißt, wenn solche Muskeln stets gespannt sind, ist es nicht mehr möglich, freie Bewegungen auszuführen. Außerdem werden solche Bewegungsmuskeln schnell müde, weil sie für dauerhafte Arbeit nicht geeignet sind.

 

Um diese loslassen zu können, benutzen wir bewusst die Schwerkraft der Erde. Die Schwerkraft zieht unseren Körper ständig nach unten, zur Mitte des Planeten. Aber der Körper versinkt nicht in der Erde, weil die Erde den Körper von unten unterstützt. Wir lernen zuerst durch unsere Wahrnehmung diese Unterstützung zuzulassen und optimal zu benutzen. Um das zu realisieren, nehmen wir erst einmal die Kontaktfläche zwischen dem Körper und dem Boden wahr. Alleine dadurch können sich die Muskeln schon etwas entspannen (*), denn der bewusste Bodenkontakt ermöglicht in unserem Körper ein Sicherheitsgefühl. Außerdem können dadurch Reflexe aktiviert werden, die uns bei der Aufrichtung helfen.

 

Dann lernen wir diese Unterstützungskraft von der Erde durch unsere Wahrnehmungskraft in die Knochen weiterzuleiten um unseren Körper durch unsere Knochen zu stützen. Knochen sind dafür geeignet, weil sie das einzige feste Material in unserem Körper sind. Damit eine sichere Verbindung in jedem Gelenk hergestellt ist, nehmen wir wahr, dass die Knochen sich auch gegenseitig unterstützen. Sowohl durch diesen verbesserten Kontakt unter den Knochen als auch durch die Schwerkraft wird die innere Struktur der Knochen gestärkt. Durch diese Arbeit kann der Körper übermäßige Muskelaktivität loslassen, weil die Muskeln nicht mehr Halt-Arbeit leisten müssen. Wenn Muskeln loslassen, bekommen wir Freiheit in den Gelenken. Dabei hat die Freiheit zwischen jedem Wirbel eine große Auswirkung, weil dort wichtige Nerven, die Spinalnerven durchlaufen. Die Verbindung zwischen der Wirbelsäule und dem Kopf ist entscheidend, weil dort viele Haltungsreflexe, die Halsreflexe und die Bogengänge, ein Teil des Gleichgewichtsorgans liegen.

 

Diese Wahrnehmungsprozesse erlebt man im Alexander-Unterricht mit Hilfe der Hände der Lehrerin oder des Lehrers.

Jeder Mensch ist anders. Jeder hat seine eigene körperliche und seelische Geschichte. Daher ist der Lernprozess auch individuell. Aus diesen Gründen wird Alexander-Unterricht einzeln durchgeführt.

 

 

(*) In unserem Körper gibt es zwei verschiedene Arten von Nervenbahnen. Eine ist motorisch, die andere ist sensorisch. Die motorische schickt den Befehl vom Gehirn zu den Gliedern und spannt bestimmte Muskeln an damit wir unseren Körper bewegen können. Andererseits schicken die sensorischen Nerven Informationen (Temperatur, Oberflächenstruktur usw.) von den Gliedern zum Gehirn. Wie gesagt, es sind zwar zwei verschiedene Nervenbahnen, aber wenn eine davon aktiv arbeitet, wird die andere etwas weniger aktiv. Daher, wenn wir z.B. die Kontaktfläche bewusst wahrnehmen und dadurch die sensorischen Nerven aktiviert werden, vermeiden wir unnötige Muskelaktivität.

 

 

 

 

 

 

©2013 Asa Mori